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Themenstatus: Aktiv Gesamtzahl Beiträge zu diesem Thema: 4 |
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Niba
Dabei seit: 08.10.2009 Beitragszähler: 2 Status: Offline |
Liebe Forum-Teilnehmer Ich bin zur Zeit daran, das Gordon-Buch durchzuarbeiten und sehr davon begeistert. Mit unserer Tochter (4 jährig) ergaben sich schon viele Verbesserungen und sie versteht meistens auch die neue Methode. Was aber mache ich mit unserem 2jährigen Sohn? Er hört überhaupt nicht zu, ist einfach viel zu jung, und findet es mega-lustig, die neuen Spielsachen die seine Schwester zum Geburi bekommen hat, durch die Gegend zu werfen. 20 x pro Tag müssen wir so alles wieder aufräumen so dass meine Nerven bis am Abend wirklich nur noch blank liegen. Hat irgendwer eine Idee, was ich tun könnte, damit der Kleine begreift, dass er nicht alles einfach herumwirft und kaputtmacht? Es ist sowieso schwierig, denn wir können ja nicht unserer 4jährigen Tochter alle ihrem alters-gerechten Spielsachen (Käuferliladen) vorenthalten und warten, bis der Bruder auch alt genug ist....??? Bin neugierig auf Eure Ratschläge! Vielen Dank! ---------------------------------------- |
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susanna
Dabei seit: 11.10.2007 Beitragszähler: 23 Status: Offline |
Liebe Niba Ich habe deine Zeilen gelesen und freue mich, dass dich das Buch begeistert. Hoffentlich ist das nun immer noch so, denn seit deinem Bericht sind schon einige Tage vergangen und leider hat dir noch niemand geantwortet. Ich will das nun ganz schnell nachholen. Auch ich habe Gordon-Ferien gemacht und mir wieder einmal nur für die Familie Zeit genommen. Deine Tochter spricht nun schon sehr gut auf die neuen Techniken an und das freut dich verständlicherweise. Sie fühlt sich durch die Ich-Botschaften und das Aktive Zuhören sicher gut wahr- und ernst genommen und wird diese Zuwendung dankbar annehmen. Für deinen 2jährigen Sohn ist es vielleicht noch verwirrend und dadurch auch verunsichernd. Zwei Jahre hat er eine andere „Sprache“ gehört und braucht nun viel Zeit und von dir auch Geduld, bis es auch bei ihm ankommt und er sich sicher fühlt. Sogar bei viel grösseren Kindern kann es am Anfang auch verunsichern und sie sagen: Mama, kannst du nicht bitte wieder normal reden. Ich wünsche dir trotzdem den Mut, dran zu bleiben, denn es wird mit der Zeit sicher fruchten. Ich übe seit 13 Jahren ☺ und freue mich täglich über die vielen positiven Auswirkungen, die dann auch in der Schule und im ganzen Umfeld der Kinder Früchte tragen. Bei kleinen Kindern ist es sehr wichtig, dass wir zum Reden auch handeln und gerade bei Methode III kann er noch kaum begreifen, um was es genau geht und auch keine Lösungen bringen. Sicher ist für ihn, dass er mit seinen momentanen Aktionen deine ganze Aufmerksamkeit in Windeseile erhält und dieses Verhalten für ihn auch Sinn macht. Warum sollte er also damit aufhören?? Du kannst ihm mit Ich-Botschaften ganz klar sagen was dich stört, was dich reut, dass deine Schwester ihren Spielsachen Sorge tragen will. Gleichzeitig ist es aber sehr entscheidend, dass du seine Bedürfnisse auch wahrnimmst und ihm nach Meth. III dann eine andere Lösung für seine Bedürfnisse anbieten kannst. Wenn er einfach nicht die Sachen der Schwester nehmen darf, ist das für ihn keine Lösung und vor allem kommen da seine Bedürfnisse zu kurz. Mit aktivem Zuhören musst du als erstes seine Bedürfnisse ansprechen, damit auch er sich ernst genommen fühlt. Sag zum Bsp.: Dir gefallen diese Sachen im Verkäuferliladen deiner Schwester so gut, du willst auch gerne damit spielen. Du hättest auch gerne Geschenkli zum Auspacken. Das stinkt dir richtig, dass du nichts bekommen hast. Du kannst es nicht verstehen, dass sie diese Dinge noch nicht mit dir teilen will. Das macht dich jetzt echt sauer, wenn du da nicht erwünscht bist. Etc. Er wird noch nicht alle Wörter und Ausdrücke verstehen, aber an deinem Tonfall wird er hören, dass dir seine Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse auch wichtig sind und das ist für ihn zentral. Ich-Botschaften fruchten nur, wenn das Gegenüber mit seinen Wünschen auch wahrgenommen wird. Es ist also eine Wechselwirkung. Je mehr ich auf die Bedürfnisse anderer eingehe, um so eher werden auch sie meine Bedürfnisse ernst nehmen. Teile ihm also mit, was du bei ihm an Gefühlen wahrnimmst, sage ihm was dich stört , stresst...und zeige ihm ein anderes Angebot, das seine Bedürfnisse abdeckt. Du darfst ruhig nein sagen und dabei seine Bedürfnisse aber nicht vergessen. Verbringe mit ihm Zeit und schenke ihm positive Aufmerksamkeit, damit er es nicht nötig hat, sie auf negative Art zu holen. Vielleicht kannst du deiner Tochter abmachen, dass du einen Teil ihrer Dinge mal haben kannst, damit du mit ihm z. B. Verkäuferlis spielen kannst. Denn es ist ja schon so, die Dinge der andern sind immer besonders attraktiv. Frag dich auch noch, ob ihr an der Umwelt etwas ändern könnt. Einige Dinge versorgen, die ihr heilig sind. Auf einem Gestell, wo er noch nicht rankommt....Ihm auch ein Päckli einpacken, eigene Verkäuferlisachen von alten Verpackungen aus eurem Gebrauch... Er darf auch ruhig hässig und wütend werden, wenn er etwas nicht haben kann. Das musst du dann als Mutter akzeptieren lernen und mit ihm zusammen das Weinen und Wüten aushalten. Ihn nicht ablenken, nicht trösten, nichts Süsses, keinen Nuggi, sondern ihn wirklich durch diesen grossen Frust begleiten und ihm zeigen, dass ihr das durchsteht und ihn unterstützt und nicht gleich überfordert seid. Es gibt da ein geniales Buch von Aletha Solter: „Auch kleine Kinder haben grossen Kummer.“ Dank dieser Lektüre lernte ich mit starken Gefühlen der Kinder gelassener umgehen. Wenn du seinen Frust annehmen kannst und das bei euch Platz hat, dann staut sich in ihm auch nicht mehr so viel an und er kann mit einem Nein von dir sicher besser umgehen. Vielleicht lösen diese Themen auch in dir alte Gefühle aus deiner Kindheit aus. Je nach dem, wie deine starken Gefühle Platz hatten bei deinen Eltern, kommt jetzt da mit deinem Sohn auch deine eigene Thematik nochmals ans Licht und entsprechend ist dann der emotionale Stress für dich und das wiederum ist für deinen Sohn eine Verunsicherung. Wenn ihr dann zusammen weinen könntet, würde das vielleicht auch dir gut tun. Angestauter emotionaler Stress wird bei Kindern oft dann in solchen Aktionen wie du sie beschreibst, abgebaut. In welchen Situationen ein Kind emot. Stress hat, können wir als Eltern nicht immer sagen, aber wenn starke Gefühle erlaubt sind, muss sich nicht erst etwas anstauen. Schau doch mal mit deinem Mann zusammen dieses Thema an. Wie gut könnt ihr damit umgehen, wenn eure Kinder sauer, hässig, frustriert, traurig etc. sind. Wollt ihr diese Gefühle sofort „wegzaubern“ oder könnt ihr sie aushalten und ihnen Raum geben, sie einfach annehmen, weil sie zu einem gesunden Leben gehören? Bei Kleinen ist also sicher Aktiv zuhören, Ich-Botschaften und dann handlen und aushalten wichtig. Nicht zu viel reden, sonst machen sie einfach die Ohren zu. Oft halten sie ja auch die Hände vor die Ohren, was eigentlich genug heisst. ☺ "Wenn wir uns sachte dorthin tasten, wo die Gefühle und Wünsche unserers Kindes sind, ohne sie zu beurteilen, zu kritisieren oder zu bagatellisieren, dann kommen wir beim Eigentlichen und Wesentlichen an, dann haben wir den Schlüssel zu seiner Welt gefunden, zu seinen Freuden, zu seinen Sorgen und Nöten, zu seinen Sehsüchten." (aus dem Buch Lieben-ermutigen-loslassen) Besprich auch mit deiner Tochter, was für sie wichtig ist und was sie teilen möchte und was nicht. Sucht nach Lösungen für ihre wertvollen Sachen. Oft ist mit kleinen Kinder das Umfeld ändern einfacher als die Kinder ändern wollen! Ich hoffe, dass meine Zeilen für dich eine Bereicherung zum Buch sind und du damit auch eine Antwort auf deine Fragen bekommst. Das ganze Thema ist sehr komplex und braucht viel Zeit und Geduld und darum sind natürlich die Kurse eine tolle Sache. Da gibt es Platz für Austausch und Unterstützung. Übrigens, auch das Buch „Lieben-ermutigen-loslassen“ lässt sich sehr gut lesen, hat viele wertvolle und hilfreiche Bsp und Anregungen und passt wunderbar zur Gordonphilosophie. Es ist von Heidi Maier-Hauser geschrieben. Sie ist Mutter und Montessori Kindergärtnerin. Herzliche Grüsse aus Dussnang Susanna www.respektvoll.ch ---------------------------------------- Susanna Vogel-Engeli Gordontraining für den Bildungs- und Familienbereich www.respektvoll.ch |
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Niba
Dabei seit: 08.10.2009 Beitragszähler: 2 Status: Offline |
Liebe Susanna Vielen Dank für deine ausführlichen Hinweise. Ja ich weiss, ich muss mich auch immer selber an der Nase nehmen, das ist oft wirklich sehr schwierig weil es eben von Haus aus bisher ganz anders gehandhabt wurde, als "mit langen Diskussionen"... In letzter Zeit hat es total ausgeartet, die Kids haben zusammengespannt und alles was es in ihren Kinderzimmern gibt auf einen Haufen neben ihre Rutschbahn die den Winter über in der Veranda benutzt werden darf, geworfen und sind mit lautem Geschrei in all die schönen Sachen "reingerutscht" das ich echt eine Krise bekommen habe, was sie natürlich noch mehr erheiterte... Hab daraufhin wirklich die Sachen vom Käuferliladen aufs Gestell geräumt und gibt es nur noch wenn jemand dabei ist (schade), aber mir fiel nichts anderes ein. Mein Sohn sagte auf meine Frage, wieso er Dinge herumwerfe: "Weil ich es nicht mehr will"! Ich hab ihm nun ein paar Mal erklärt dass man deswegen nicht alles herumwirft und so langsam hörte er auch ab und zu mal zu. Das Problem ist wohl schon einfach genau das schwierige Alter von 2 Jahren (Trotzalter). Meinst du, der Kurs würde - nach dem Studium des Buches - für mich trotzdem jetzt noch was bringen? Ich möchte nicht noch mehr wertvolle Zeit ohne meine Kinderlein verbringen, als ich das ohnehin mit Job schon tun muss, sondern lieber mit ihnen was soviel wie möglich zusammensein... Super wäre sowas wie ein Wochenend-Workshop wo man einmal alles vertiefen könnte... das gibt's wohl nicht, oder? Also, nochmal danke! Viele Grüsse Niba ---------------------------------------- |
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susanna
Dabei seit: 11.10.2007 Beitragszähler: 23 Status: Offline |
Liebe Niba Ich danke dir herzlich, dass du mir eine Rückmeldung gibst. Ja die alten Muster, die lassen sich leider nicht so leicht abschütteln. Tönt schon grad etwas wild bei euch :))) Ja sie testen dich jetzt wohl und es ist für sie sicher wichtig, dass du ganz klar und bestimmt bist und deine Aussagen authentisch sind. Finde ich gut, dass du das weggeräumt hast. Sie wollten vielleicht herausfinden, obs wirklich passiert...Rede mit ihnen, wenn du ruhig geworden bin und du sicher bist, dass sie dir auch zuhören, also beide Seiten müssen immer zuerst runter von der Palme, damit das Gespräch was bringt. Kann aber schon gut verstehen, dass dich diese Aktionen der beiden ganz schön herausfordert. Dein Sohn kann das "Warum" wohl kaum beantworten. Vielleicht einfach, weil du dann ganz schnell viel Zeit für sie hast und sie dich dadurch ganz schön im "Griff" haben. Was könntest du also tun, damit du bei diesem Machtspiel nicht mehr mitspielen musst??? Nur du kannst aussteigen, indem du anders reagierst, als sie es wohl erwarten und auch provozieren! Jaaaa ein Kurs würde es absolut bringen. Ich gebe nun schon seit vielen Jahren Kurse und wiederhole ja dadurch auch immer wieder alles. Ich lerne immer wieder dazu und der Austausch mit den andern ELtern ist sooo eine Bereicherung. Ich finds toll, dass du viel Zeit mit den Kids verbringen willst, doch die 30 Stunden lohnen sich hundertfach und durch das Üben im Kurs wird dir auch noch vieles klarer. Also, wenn dus einrichten kannst und du überzeugt bist von der Methode, dann melde dich schnell irgendwo an :) Das jetzt vorallem aus der Sicht als Mutter und nicht wegen den Kursen die wir als KL füllen möchten!! Sicher gibt es noch viele Leute die das Forum lesen und dir das bestätigen können. Also Leute, meldet euch bei Niba im Forum und erzählt von euren Kurserfahrungen oder schau mal auf meiner website unter "Erfahrungen"nach. Da stehen so viele beeindruckende Gedanken von ehemaligen Teilnehmenden. Viel Glück, Geduld und Kraft weiterhin und sonst kannst du bei mir auch eine persönliche Beratung kriegen, wenn das mit dem Kurs nichts wird. Steht alles auf meiner Seite. Herzlich Susanna ---------------------------------------- Susanna Vogel-Engeli Gordontraining für den Bildungs- und Familienbereich www.respektvoll.ch |
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Zeitzone (lt. Profil):+1 20.05.2012 00:23:40 |